Der Tarn ist ein 380 km langer Fluss in Südfrankreich; er entspringt am Mont Lozère in den Cevennen und mündet in die Garonne in der Nähe von Moissac. Er fließt durch 5 Départements: Lozère, Aveyron, Tarn, Haute-Garonne, und schließlich Tarn-et-Garonne. Im Winter und beim Abtauen des Schnees vom Zentral-Massiv kann der Tarn rasend schnell anwachsen; es ist daher nicht verwunderlich das die Ufer in Albi, Gaillac, Lisle-sur-Tarn und Rabastens etwa 10 m über Normalhöhe des Flusses stehen. Früher hat es verschiedene Katastrophen gegeben, was dem Tarn eine genauso schlechte Reputation verschaffte wie die Donau. Zum Beispiel 1930 stieg der Tarn nahe Montauban 17 Meter, ein Drittel des Départements Tarn-et-Garonne war überflutet, 300 Menschen kamen um. Seitdem wurde viel investiert um dergleichen vorzubeugen.
Der Tarn hat seinen wirtschaftlichen Wert aus früheren Zeiten verloren. Von der Römer-zeit bis weit 20. Jahrhundert war der Fluss befahrbar, von St Juéry bis Moissac. Es war sogar die wichtigste Transportader für die Verschiffung von Wein aus Gaillac nach Bordeaux, und von dort aus bis nach England und Nordeuropa. Die Eisenbahn und später der Wegtransport haben die „Gabarres“ (Kähne) abgelöst, der Tarn ist auch nicht mehr befahrbar, abgesehen von einigen Strecken wo man Kanufahren kann.
Vom Tarn kennen die meisten Leute nur die berühmten Schluchten; diese befinden sich im Département Aveyron, nördlich von Millau. In den letzten Jahren ist noch eine architektonische Touristenattraktion dazu gekommen: das Viaduc de Millau, die höchste und längste Schrägseilbrücke der Welt, verbindet hier die Ufer des Tarn. Stromabwärts, in der Nähe von Albi, wird der Fluss sanfter: in Ambialet hat der Tarn fast eine Halbinsel gegraben: ein schöner Platz für ein Picknick.
Das gleichnamige Département Tarn liegt im französischen Südwesten, in der Region Midi-Pyrenäen, also nördlich von Toulouse und den Pyrenäen. Albi ist die „Préfecture“, die regionale Hauptstadt des Tarn. Albi war Ziel der Katharer-Kreuzzüge, weil die Katharer ihr Konzil in Albi abgehalten hatten, deshalb der offizielle Name „Kreuzzug gegen die Albigenser“. Albi ist eine wunderschöne Stadt, und von der UNESCO als Welterbe erkannt. Die wichtigste Touristenattraktionen: eine riesengroße Kathedrale, ganz aus Backstein gebaut, innen reichlich dekoriert mit Italienischen Fresken, und der Palais de la Berbie, der ehemaliger Bischofspalast, heute Museum Toulouse-Lautrec (beinhaltet die weltweit wichtigste Sammlung des gleichnamigen Französischen Malers).
Um Albi herum liegen die bastides albigeoises, Bastiden aus dem 13. und 14. Jahrhundert; die meisten dieser befestigten Dörfer gehören zu den „schönsten Dörfern Frankreichs“: Cordes-sur-Ciel, Castelnau-de-Montmiral, Lisle-sur-Tarn, Puycelsi, Bruniquel... Die Stadt Gaillac ist das Zentrum der Gaillac Weine; rundum liegen kleine idyllische Weindörfer, mit vielen kleinen Winzern, die einen gerne einladen zur Weinprobe. Und dazwischen die Natur: Weinberge, Sonnenblumen, aber auch Wäldern, der alte Gresigne-Wald dessen Eichenholz damals für die königliche Flotte reserviert war, und der Sivens-Wald, der das Grubenholz für die Steinkohlebergwerke von Carmaux lieferte. Auch die gorges de l'Aveyron sind unweit: diese Schluchten sind zwar nicht so berühmt wie die Gorges du Tarn, aber ein herrliches Gebiet zum Wandern oder Radfahren. Und wer mehr übrig hat für Kultur als Natur: Toulouse, Montauban (Musée Ingres), Castres (Goya-Museum) sind weniger als eine Stunde Autofahrt entfernt.
Fazit: eine Reise wert, eine Woche genügt nicht um all diese Schönheiten zu entdecken. Die Gästezimmer vom Gästehaus Artichaud liegen in Castelnau-de-Montmiral, also recht zentral. Es ist ein kleines B&B, in ruhiger Lage, mit einer ausgezeichneten Küche (fasst ausschließlich biologische Produkte) und herrlichen Gaillac Weine. Von hier aus können Sie auch prima Spaziergänge und Radtouren machen. Wir helfen unseren Gästen gerne bei der Vorbereitung ihrer Ferien in der Gegend.
Texte und Bilder:© Gästehaus
Artichaud
Mehr Information über dem Tarn:
Tarn Tourisme









