Puycelsi ist ein befestigtes Dorf an der „Route des bastides albigeoises“, die Bastiden in Umland von Albi. Seit 2 Jahrtausenden liegt es auf einem flachem Fels über dem Tal der Vère; die Römer nannten dieses Oppidum der Kelten „Podium Celsum“, weil der Felsen wie abgeflacht ist. Übrigens, es gab noch 8 weitere befestigte Hügel („oppidum“) im Gresignewald. Anfang des 13. Jahrhundert wurde Puycelsi mit einer 800 m langen Stadtbefestigung umgeben, komplett mit Türmen und Toren: der Papst hatte aufgerufen zu einem Kreuzzug gegen die Katharer, Ketzerbewegung im Languedoc. Der Kreuzzug hieß damals „der Albigenser-Kreuzzug, weil die Bistümer der Katharer ihr Konzil in Albi abgehalten hatten. Bis zu dreimal haben die Kreuzritter von Simon de Montfort Puycelsi belagert.
Später, während des Hundertjährigen Krieges, waren die Englischen Söldner an der Reihe. Und während der Religionskriege erklärte Puycelsi sich katholisch und vertrieb seine protestantischen Einwohner; diese aber ließen sich dies nicht gefallen und holten Hilfe in der Nachbargemeinde Bruniquel, eine Festung der Hugenotten, und von neuem wurde die Bastide belagert. Und als ob es nicht genug Kriege gegeben hätte, hat auch die schwarze Pest ihr bestes getan um die Bevölkerung von Puycelsi zu dezimieren.
Puycelsi gehört zu den schönsten Dörfern Frankreichs („les plus beaux villages“); die Stadtmauer und ein paar Türme sind gut erhalten. Vom Wehrgang hat man ein schönes Panorama: das Tal der Vère, die Falaise von Larroque und der Aveyron; bei klarem Wetter erblickt man sogar die Gipfel der Pyrenäen. Es gibt verschiedene schöne Bürgerhäuser in Puycelsi, unter anderem das Schloss des Gouverneurs, der den königlichen Gresignewald verwaltete; besuchen sie auch den „Office de Tourisme“ in der ehemaligen Pest-Kapelle Saint-Roche, und die interessante gotische Sainte-Corneille Kirche. Puycelsi atmet wirklich eine Ruhe aus, es gibt kaum Verkehr in den schmalen Straßen, und es gibt ein paar schöne Terrassen, immer gut für einen Imbiss oder ein kühles Glas, mit Blick auf die Natur.
Denn Natur wird hier groß geschrieben. Der Gresigne-Wald hat eine reiche Fauna und Flora; ein Teil des Waldes ist übrigens im europäischen NATURA 2000 Programm (Unter anderem gibt es hier hunderte Käferarten). Im Wald gibt es auch schöne Wanderwege, und am Rande des Waldes hat die Region Midi-Pyrenäen einen Baumgarten zur Erhaltung der biologische Verschiedenheit eingerichtet, mit alten und in seinem Weiterbestehen bedrohte Arten von Äpfeln, Birnen, Reben...
Vom Gästehaus Artichaud (chambre et table d'hôte) kann man sogar zu Fuß nach Puycelsi und Castelnau de Montmiral gehen; nach Bruniquel und Cordes sur Ciel gibt es von hier aus auch schöne Radtouren. Besuchen Sie auch Albi – Welterbe – nur 35 Km weit. Genießen Sie unsere gute Küche und den herrlichen Gaillac Wein.
Um Puycelsi herum liegen andere bastides albigeoises, Bastiden in der Nähe von Albi: Castelnau-de-Montmiral, Bruniquel, Cordes-sur-Ciel,... Es lohnt sich ein paar Tage hier zu verbringen um die alle zu besuchen: sie sind alle verschieden, aber gleich schön, und nicht sehr weit von einander entfernt.
Texte und Bilder:© Gästehaus Artichaud









