Cordes sur Ciel, die schönste Bastide des Südwestens

Cordes-sur-Ciel ist bestimmt die schönste und eindrucksvollste Bastide in der nähe von Albi. Sie liegt auf dem Gipfel des Puech de Mordagne und dominiert die ganze Hochebene. Die Stadtmauer und verschiedene der Stadttore sind vorbildlich restauriert, die schmalen Straßen sind für Fußgänger reserviert. Die Bastide ist ein wahres Museum, gefördert seit Jahrzehnten von Künstlern und Kunsthandwerkern. Es wohnen kaum noch Menschen in der „ville haute“: Cordes-sur-Ciel lebt vor allem vom Tourismus; es bleibt aber ein sehr angenehmer Ort, gerade weil es relativ unbekannt ist beim großem Publikum.

Eine bewegte Geschichte

Genauso wir das naheliegende Castelnau de Montmiral wurde Cordes 1222 gebaut als Festungsstadt zur Verteidigung gegen die Kreuzritter, die gegen die Katharer zogen, die Ketzer aus der Grafschaft Toulouse. Man nimmt an, das der Name der Bastide gewählt wurde nach Analogie mit der spanischen Stadt Cordoba, weil auch hier in Cordes Gerberei, Lederzeug und Tuchherstellung die wichtigsten Zünfte waren. Die Albigenser verloren den Krieg, die Katharer wurden ausgerottet, und der Süden kam unter die Herrschaft des französischen Königshauses, sogar Cordes, obwohl die Kreuzritter die Bastide nie eroberten.

Nach den Albigenser Kreuzzügen gab es einen wirtschaftlicher Aufschwung, eine wirkliches goldenes Jahrhundert: daher stammen all die schönen gotischen Bürgerhäuser. Der schöne Traum endete mit den Religionskriegen. Die Stadtverwalter wollten neue Konfrontationen mit der Kirche vermeiden, erklärten sich katholisch und verfolgten ihre protestantischen Mitbürger; die Hugenotten aber ließen dies nicht unbestraft, und verteidigten ihre Glaubensgenossen: 1568 und 1574 eroberten die Protestanten die Stadt, und wurden später wieder hinausgeworfen. Im 17. Jahrhundert hat die Pest zugeschlagen (1629, 1632), und Anfang des 18. Jahrhundert gab es 4 mal Hungersnot (1705, 1708, 1709, 1712): es blieben nur einige hundert Einwohner der einst 5000 Bürger der Stadt. Erst kurz vor dem zweitem Weltkrieg wurde Cordes „entdeckt“ als Tourismusziel; 1993 wurde sie umbenannt in Cordes-sur-Ciel.

Die "Stadt der hundert Spitzbogen"

De Hauptstraße der Bastide ist eine Reihenfolge gotischer Bürgerhäuser, gebaut zwischen 1260 und 1315. Man benennt diese Gebäude nach den Skulpturen der Fassaden: Grand Fauconnier (Falken), Grand Veneur (Jagdszenen), Grand Ecuyer (Pferdekopf). Cordes war auch ein wichtiger Ort für die Jakobuspilger; davon zeugen 2 Kapellen die den Heiligen gewidmet sind, eine in der Sankt-Michaelskirche, die andere in Hôpital St-Jacques. Einige Museen: Musée Yves Brayer (moderne Kunst), Musée de l’art du sucre (Zuckerbäckerei), Musée Charles Portal (Heimatmuseum). Und speziell für Kinder: Jardin des Paradis.

Albi und die bastides albigeoises

Albi, das historische, wirtschaftliche und administrative Zentrum des départements Tarn steht seit 2010 auf der UNESO Liste des Welterbes; die bastides albigeoises im Umland verdienen aber auch einen Besuch. Cordes-sur-Ciel is vielleicht die bekannteste dieser Bastiden, andere sind genauso schön und vielleicht, weil es weniger Tourismus gibt, authentischer. Einige Beispiele: Castelnau-de-Montmiral mit seinem wunderschönen Marktplatz, die Schlösser von Bruniquel, Puycelsi am Rande des großen Gresigne-Waldes.

Schönes Gästezimmer nahe Cordes sur Ciel

Das Gästehaus Artichaud liegt inmitten der Bastides albigeoises: von hieraus können sie leicht Albi und die Bastides besuchen, per Wagen oder per Rad, manche sogar zu Fuß. Und außerdem: wir führen eine erlesene Küche, mit herrlichen Gaillac Weinen.

Texte und Bilder:© Gästehaus Artichaud

Cordes-sur-Ciel
gothisce giebel
Cordes: halle
Marktplatz zu Cordes
Cordes: Tor
Cordes: Tor
Porte de l'horloge
Cordes: St Michel Kirche
Cordes: Gasse
Hauptstrasse in Cordes
Artichaud
Saint-Martin-sur-Vère
Castelnau de Montmiral
81140 - FRANCE
(+33)(0)5.63.57.20.42