SAINT-ANTONIN-NOBLE-VAL

Nördlich vom Grésigne-Wald liegt Saint-Antonin-Noble-Val, eine Stadt mit stolzer Vorgeschichte: „nobilis vallis“ - edles Tal - nannten die Römer es damals. Auch heute lädt dieser Abschnitt der Aveyron-Schlucht zum Besuch ein: der Roc d'Anglars, eine gewaltige Felswand, kontrastiert mit dem lieblichen Fluss.

Wohlstand und Zerfall

Im 8. Jahrhundert wurde neben der kleine Siedlung aus der Römer-Epoche eine Abtei errichtet, genannt nach Saint-Antonin; später hat man die Stadt nach diesem Heiligen genannt. Handel und Gewerbe waren hier im Mittelalter sehr aktiv: Sattlerei, Tuchweberei, und der Vertrieb von Wein, getrocknete Pflaumen und Safran sorgten dafür das Saint-Antonin eine relativ wohlhabende Stadt war. Die Patrizier-Wohnungen bezeugen auch heute noch den Reichtum von damals. Saint-Antonin ist eine der ersten Städte im feudalen Frankreich dem eine Charta verleiht wurde (1140 - 1144).

Leider dauerte diese goldene Zeit nicht lange; der Handel mit Zentral-Europa importiert im 13. Jahrhundert neue, ketzerische Ideen, und die Katharer bekamen viele Anhänger im französischem Südwesten. 1212 belagerte der Albigenser-Kreuzzug (so nannte man den Kreuzzug gegen die Katharer) Saint-Antonin, und nahm die Stadt ein, wobei Abtei und Stadt größtenteils vernichtet wurden; 1226 kommt ein neuer, kurzer Aufschwung: dank der Schirmherrschaft von König Louis IX blüht wieder der Handel mit Deutschland, Italien, England und Holland. Die Bürger wählen jährlich ihren eigenen Konsul.

Dann gab es den Hundertjährigen Krieg, gegen die Engländer: die englische Söldner besetzten Saint-Antonin 1344 und 1351, jedesmal eroberten die französischen Truppen es wieder zurück, das letzte Mal nach einer Belagerung die 2 Jahre dauerte. Und schließlich wurde die Stadt 1369 den Engländern übergeben (Vertrag von Brétigny). Dann kam die Pest, und die Bevölkerung wurde nochmals dezimiert... Als ob das noch nicht genug war, kamen die Religionskriege: 1562 bekannte Saint-Antonin sich zur Reformation, die „Protestantische Republik“ , die päpstlichen wurden verjagt, die Abtei wurde abgebaut, die Stadtmauer befestigt. 1622 nimmt Louis XIII die Stadt nach einer schweren Belagerung, und lässt die Befestigungen niederreißen. Nach und nach verlieren die Hugenotten alle Rechte in Frankreich. Die Glanzzeit von Saint-Antonin kommt nie wieder, trotz verschiedenen Versuche wie die Gründung eines Thermalbadehauses im Jahre 1924.

Saint-Antonin-Noble-Val heute

Für den Tourismus hat Saint-Antonin zwei wichtige Anziehungspunkte: das mittelalterliche Zentrum mit seinen Monumenten, und die Natur in der Umgebung. An einem üblichen Wochentag ist die Stadt wie ausgestorben, und man genießt die historischen Gebäude: das alte Rathaus, die Kirche, die schmalen Gassen mit den Bächlein wo früher die Gerber arbeiteten. Sonntags aber sieht das ganz anders aus: der örtliche Markt zieht viele Besucher, die Marktkrämer sind allesamt kleine Produzenten die hier ihre Waren anbieten: frisches Gemüse und Obst, getrocknete Früchte, Gewürze und Kräuter, Produkte aus biologischen Anbau, Weine, Brot und feine Fleischwaren, Honig und Olivenöl...

Saint-Antonin-Noble-Val ist der ideale Startplatz für den Besuch der Aveyron-Schlucht, per Auto oder Motorrad, per Fahrrad oder zu Fuß, oder sogar per Kanu. In Saint-Antonin kann man Kanus mieten; die Fahrt durch die Schlucht ist eher leicht, man braucht kein erfahrener Kanufahrer zu sein. Wir wandern oft hier, es gibt hier schöne Spaziergänge die man mit der Familie machen kann, aber auch Ganztagstouren, die etwas schwerer geraten sind: erst muss man den Steilabhang überwinden bevor man den herrlichen Ausblick genießen kann. Von hieraus kann man entlang der Grande Randonnée (G.R.) wandern, die Tour der bastides albigeoises wandern, nach Penne, Bruniquel, Puycelsi,...oder den Grésigne-Wald.

Gästezimmer in der nähe von Saint-Antonin

Das Gästehaus Artichaud, eine chambres d'hôtes de charme, liegt in Castelnau deMontmiral, inmitten der bastides albigeoises, diese Bastiden aus den Katharer-Kriegen. Es ist ein ruhiges Haus, mit ausgezeichnete Küche und gutem Wein, ein prima Ort um von hieraus Albi, die Bastiden und die Aveyron-Schlucht zu besuchen, und Natur und Kultur zu genießen.

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Texte und Bilder:© Gästehaus Artichaud

St-Antonin: Steilhang
St-Antonin: Brücke über den Aveyron
St-Antonin: städtischer Glockenturm
St-Antonin: Gässchen
St-Antonin: der Markt
St-Antonin: der Markt
St-Antonin: Gässchen
St-Antonin: Haus
St-Antonin: Wanderweg in Brousses
St-Antonin: Hameau de Brousses
Artichaud
Saint-Martin-sur-Vère
Castelnau de Montmiral
81140 - FRANCE
(+33)(0)5.63.57.20.42