ALBI, über Katharer und UNESCO-Welterbe

Wer Albi nicht kennt, ist beim ersten Besuch sehr überrascht von der Schönheit der Stadt. Die Kathedrale Sainte-Cécile und der Bischofspalast (Palais de Berbie) sind majestätisch; sie bezeugen die Macht der katholischen Kirche am Ende der Kreuzzüge gegen die katharische Häresie. (Die Katharer wurden auch als Albigenser bezeichnet, weil die Stadt Albi ein Konzil der katharischen Bischöfe beherbergt hatte.) Um die Kathedrale herum gibt es noch die historischen Stadtteile Castelviel und Viel Alby, die „Alte Brücke“ überquert den Tarn seit dem Mittelalter.

Die goldene Zeit von Albi ist die Renaissance: heutzutage sieht man noch die großen Häuser - fast Paläste – der Händler, reich geworden durch den Handel mit Pastel, ein blauer Farbstoff. Die orangefarbenen Ziegelsteine bestimmen den Ton der ruhigen Straßen und Plätze, die Sonne bestimmt das ruhige Tempo des Lebens hier im Südwesten: nicht verwunderlich das die UNESCO die alte Bischofsstadt Albi in die Liste des Welterbes aufgenommen hat.

Die Kathedrale

Die Kathedrale zu Albi wurde errichtet an einer Felswand am Ufer des Tarns; es ist die größte Backsteinkirche der Welt. Es gab verschiedene Vorgängerkirchen; die Albigenserkriege zeigten aber das die „ewige“ Macht der katholischen Kirche nicht unantastbar war: deshalb wurde die Kathedrale gebaut wie eine richtige Festung, die Mauern sind bis zu sechs Meter dick. Angefangen wurde der Bau 1282, beendet 1480. Patronin der Kathedrale ist die Heilige Cäcilia.

Erst spÄTER hat man ein spät-gotisches Portal gebaut, und angefangen mit der Schmückung der Innenseite. Eine 18 m lange Freske an der Westwand des Kirchenschiffes stellt das Jüngste Gericht dar; es ist eines der bedeutendsten Kunstwerke des späten Mittelalters. Italienische Künstler gestalteten die Fresken im Innenraum im Stil der Frührenaissance, mit einer Länge von 97 m und einer Breite von 28 m das größte Werk der italienischen Renaissance in Frankreich, also, nicht von Da Vinci, aber immerhin von Zeitgenossen, und wunderschön.

Palais de la Berbie – Der ehemalige Bischofspalast

Auch der Palais de la Berbie ist eine ehemalige Festung, ausgebaut nach den Kreuzzügen gegen die Albigenser. Die Mauern an der Stadtseite sind dicker gestaltet als an der Außenseite: womöglich vertraute der Bischof seinen Schafen nicht so ganz. Immerhin hat die Inquisition nach den Albigenserkriegen noch zwei Jahrhunderte gebraucht um den Katharismus auszurotten. Der Festungsturm ist gigantisch; er wird sogar durch 4 kleinere Türme umgeben. In späteren Jahrhunderten wurden noch ein paar neue Flügel dazugebaut, im Stile der Loire-Schlösser. Im 17. und 18. Jahrhundert haben die Bischöfe die Mauern an der Tarn durch eine Italienische Galerie ersetzt, und anstatt des Burghofes wurde ein klassischer Französischer Garten eingerichtet.

Im letzten Jahrzehnt wurde schwer investiert im alten Palais de la Berbie. Im ehemaligem Bischofspalast befindet sich heutzutage das Toulouse-Lautrec Museum. Henri de Toulouse-Lautrec war ein französischer Maler und Grafiker des Post-Impressionismus. Berühmt geworden ist er für die Plakate des Pariser Nachtlebens im ausgehenden 19.Jahrhundert.

Das Gästehaus Artichaud hat eine Partnerschaft mit dem Museum Toulouse-Lautrec: unsere Gäste bekommen einen kleinen Preisnachlass zum Museumseintritt.

Pont-Vieux - Die Alte Brücke

Die Pont-Vieux Brücke ist 151 m lang; sie ruht auf 8 Bögen. Mit dem Bau wurde 1035 angefangen; die Grafschaften und Bistümer aus der Umgebung haben sie mitfinanziert, denn auch sie waren Nutznießer der Verbindung nach Toulouse (und weiterhin über den Jakobsweg nach Compostela), nach Italien und Spanien. Im 14. Jahrhundert baute man an jedem Ufer eine Zugbrücke, und in der Mitte sogar eine Kapelle. Der Tarn blieb bis weit im 18 Jahrhundert ein wichtige Transportweg: Gaillac Wein, Pastel (ein blauer Farbstoff aus Pflanzen)... Albi war damals eine reiche Stadt. Den Rückgang des Flusses als Transportweg hat auch den Verfall von Albi eingeleitet. Aber wie oftmals in der Geschichte: gerade weil es Albi nicht ganz so gut ging, ist die historische Stadtmitte sehr gut erhalten geblieben.

Die bastides albigeoises – Die bastides um Albi.

Auch die bastides um Albi stammen aus der Epoche der Albigenser-Kreuzzüge. Bastides sind verstärkte Städte und Wehrdörfer, gebaut auf Geheiß des Landvogtes, des Grafen von Toulouse, um die Region zu schützen gegen die Kreuzritter. Die befestigte Dörfer sind gut erhalten und gehören zu den schönsten in Frankreich: Cordes sur Ciel, Puycelsi, Bruniquel, Penne und Castelnau de Montmiral, unser Dorf.

Das Gästehaus Artichaud, bed und breakfast in der nähe von Albi, liegt inmitten der bastides albigeoises. Unser B & B liegt in ruhiger Lage, die Hauptstadt des Departements Tarn und die mittenalterlichen Dôrfern sind von hieraus sehr leicht zu besuchen. Sie können gerne unsere Dokumentation vor Ort konsultieren, und wir sind ihnen gerne behilflich beim planen ihrer Ausflüge. Lilianes Küche ist ausgezeichnet, der Gaillac Wein ist herrlich. Im Übrigem, man kann hier auch sehr schön wandern und Radtouren machen: es lohnt sich hier eine Weile zu verbleiben...

Texte und Bilder:© Gästehaus Artichaud
+ info  :Albi tourisme

Kathedrale Sainte-Cécile
Kathedrale Sainte-Cécile
Kathedrale Sainte-Cécile
Der Fluss Tarn in Albi
Albi: alte gasse
Lecker!
Garten des Bischofspalast
Albi om Wasser heraus
Galerie
Albi: fontaine du Vigan
Artichaud
Saint-Martin-sur-Vère
Castelnau de Montmiral
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